Silberknappheit
verfasst von Hubert Roos
Seit kurzem macht ein neuer Begriff die Runde: “Silberknappheit”. Viele Investoren fragen sich, was dahinter steckt. Tatsache ist, dass das Angebot an physischem Silber in letzter Zeit immer enger wurde und dass gleichzeitig die Silberkurse in den Keller stürzten. Dies widerspricht dem ökonomischen Gesetz von Angebot und Nachfrage. Tatsache ist auch, dass das amerikanische Finanzsystem vor dem Abgrund steht. Die geplante Verstaatlichung der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ist ein weiterer Beweis.
Um die Illusion vom sicheren System aufrecht zu erhalten und von den panischen Aktionen hinter den Kulissen abzulenken, wird von einer anderen Seite gegengesteuert. Denn wer zunächst glaubte, dass vor dem Hintergrund einer Finanzkatastrophe Gold und Silber einen ungehinderten Aufstieg erleben würden, der wurde enttäuscht. Inzwischen hat es Methode und es ist ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung des Systems, dass besonders in Zeiten, wo positive Nachrichten für Gold und Silber (d.h. schlechte Finanznachrichten) angesagt sind, genau das Gegenteil von dem eintritt, was man mit gesundem Menschenverstand erwarten würde. Gold und Silber fielen seit dem Bekanntwerden der Probleme von Fannie Mae und Freddie Mac dramatisch, während der Dollar stieg: verkehrte Welt.
Alle diejenigen, die sich darüber wundern, was momentan mit den Silber- und Goldkursen passiert, sollten gelassen bleiben. Das große Geldspiel Monopoly lehrt uns, dass in der Schlussphase nicht das Geld zählt, sondern die physische Ware:
“Der Schlüssel für die Gewinnstrategie in der Schlussphase liegt im Häusermangel (Silber- und Goldmangel), nicht im Geldmangel. Geldmangel kann nicht herbeigeführt werden, da die Bank im Monopoly-Spiel niemals bankrott gehen kann. Wenn keine Scheine mehr da sind, kann der Bankhalter (oder die US-Notenbank) zusätzlich Geld herstellen, indem er die Werte auf kleine Zettel schreibt. Aber zusätzliche Häuser (Silber und Gold) kann die Bank nicht einfach produzieren. Das Häuser- und Hotelangebot (Gold- und Silberangebot) ist begrenzt und wenn es keine Gebäude mehr zu verkaufen gibt, müssen die kaufwilligen Spieler warten, bis ein anderer seine Häuser (oder sein Silber) an die Bank zurückgibt oder an den meistbietenden verkauft.” (Gold-Boom, S. 122 – 123)
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit haben wir jetzt “Häusermangel”, d.h. das enge Angebot an physischem Silber ist, was es ist: Silberknappheit. Die wichtigste Regel, die für alle Märkte gilt, ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Auch wenn Theodore Butler Recht haben sollte und die „Silber-Manager“ ihre Hände im Spiel haben, kann dieses Grundgesetz für den Silbermarkt nicht für alle Zeiten außer Kraft gesetzt werden. Aufgrund der weiterhin starken Nachfrage und der Tatsache, dass schon seit vielen Jahren der Bedarf aus dem Verzehr von alten Reserven gedeckt wurde, ist anzunehmen, dass wie bei allen Wirtschaftsgütern, bei denen ein Nachfrageüberhang besteht, auch bei Silber der Preis auf mittlere und längere Sicht steigen muss. Und erst dann -jenseits der 50, 100, 200 Dollar – sollten Silberinvestoren daran denken, ihr Silber zu verkaufen.
© Hubert Roos, SilviOr GmbH