Archiv für Juli 2010

Die Früchte unserer Arbeit – was haben wir mit den Chinesen gemeinsam?

China mit seinen 1,3 Milliarden Menschen ist zu einer ungeheueren Wirtschaftsmacht geworden.  Niemand kann mit China konkurrieren, wenn es um den Preis geht. China verkauft unvorstellbare Gütermengen an den Rest der Welt, ohne dass der Rest der Welt auch nur den Ansatz einer Chance hätte, in annähernd gleichem Umfang an China zu verkaufen.

Der Grund für diese Malaise liegt darin begründet, dass es keinen Goldstandard mehr gibt. Durch die Aufhebung der Goldbindung des US-Dollars im Jahr 1971, wurden alle Weltwährungen zu Falschgeldwährungen. Vor 1971 mussten die Wirtschaftsnationen halbwegs ausgeglichene Bilanzen vorweisen, um Geschäfte machen zu können. Sie strebten alle mehr oder weniger einen Zustand an, wo sie mehr exportieren konnten als sie importierten. Damit konnten sie Wohlstand in Form von US-Dollars anhäufen, die ja nach dem Abkommen von Bretton Woods aus dem Jahr 1944 “so gut wie Gold” waren.

Die einzigen, die sich aus diesem System ausklinken konnten, waren die USA, da ja sie es waren, die die Dollars herstellten, die “so gut wie Gold” waren. Das ersparte ihnen zunächst die Mühe des Schaffens und Produzierens; sie erfreuten sich am Spiel des Gelddruckens, ließen andere Nationen für sich arbeiten und importierten fleißig Güter aus aller Welt. Als andere Nationen, insbesondere Frankreich, sich statt mit Dollars mit Gold aus den Reserven der USA auszahlen lassen wollten, stoppten die USA unter Nixon den Tausch von Dollars gegen Gold und boten fortan ausschließlich ihr Papiergeld als Zahlungsmittel an.

Seitdem funktonierte der Welthandel ausschließlich auf Papierdollarbasis, was nichts anderes ist als das Spielgeld im Monopoly. Da alle anderen Weltwährungen direkt oder indirekt mit dem Dollar korrelieren, sind auch sie nichts anderes als Falschgeld ohne Deckung. Riesige Dollarströme überfluteten die Welt und sorgten dafür, dass die internationalen Finanzeliten unter Führung der US-Investmentbanken mit ständig sich ausweitenden Kreditvolumina immer größere Profite generierten.

Die USA, die den Rest der Welt mit selbstgemachtem Papiergeld “bezahlten”, sangen währenddessen das hohe Lied des Freihandels und der Globalisierung, um ihre Strategie zu verschleiern. Sie konnten mit ihrem Spielgeld alles kaufen was sie wollten, in jeder Menge, zu jedem Preis. Mit ihrem Spielgeld “kauften” sie Waren überall auf der Welt und trugen den Gedanken des “Freihandels”  rund um den Globus. Den wahren Preis für ihre betrügerischen Kauf-Exzesse zahlten und zahlen die Nationen, die Dollarreserven angehäuft haben. Der Gegenwert für diese Positionen ist sehr gering.

Nach und nach dämmert es der Welt – insbesondere China mit seinen gigantischen “Dollarreserven” – dass das, was sie als Zahlungen für erbrachte Leistungen erhalten haben, nichts anderes als Bits und Bytes in amerikanischen Computern sind. Wenn China nicht mehr mitspielt, könnten amerikanische Banker in New York in Minuten die Bits und Bytes ausradieren und China stünde mit leeren Taschen da. Das ist der wahre Grund, weshalb China Gold kauft. Und das ist der Grund, weshalb China weiterhin als Goldkäufer weitestgehend still und leise auftreten wird.

Die schreckliche Wahrheit für China lautet: Sie haben die Welt 30 Jahre lang mit Gütern versorgt für Geld, das keinen Wert hat. Sie haben 30 Jahre lang geschuftet, ein Industrie-Imperium aufgebaut für ein “Taschengeld”. Die 2,5 Billionen Dollar, die sie an Reserven besitzen, sind Informationen in  Computern – genau so wie die “Reserven”, die sich die Bürger in Deutschland mit ihren Rentenansprüchen und Lebensversicherungen aufgebaut haben.

Wer in Deutschland 20, 30 oder 40 Jahre gearbeitet hat, findet seine Reserven für den Ruhestand in den Computern der Renten- und  Lebensversicherungen. Wer die Früchte seiner Arbeit sicher konsvervieren will, macht es wie die Chinesen. Kaufen Sie Silber. Kaufen Sie Gold.

© Hubert Roos, SilviOr GmbH

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