Archiv für Juni 2010

Gold, Silber, Bargeld – sonst nichts.

In der zweiten Jahreshälfte 2010 werden die Schuldner die bittere Wahrheit hinter dem Begriff Überschuldung entdecken. Was die Überschuldung und die dadurch notwendige  Politik des öffentlichen Sparens für die Menschen in den westlichen Staaten konkret bedeuten wird, ist nicht nur für die meisten Bürger, sondern auch für die meisten Politiker noch nicht vorstellbar.

Eines jedoch dürfte den mitdenkenden Individuen dämmern: die Auswirkungen werden für Gläubiger massiv und heftig sein. Wir gehen davon aus, dass  Wertverluste auf Forderungen/Guthaben von 30% (für Euro oder Yen ) und  bis zu mehr als 50% (für  Dollar oder Pfund) hingenommen werden müssen. Dies kann durch Abwertung oder durch Gelddrucken geschehen. Für die Gläubiger/Sparer/Anleger bleibt das Ergebnis gleich.

Die zurückliegenden Wochen haben gezeigt, wie leicht die Gefahr von Staatsbankrotten Panik an den Finanzmärkten auslösen kann. Mit einer gewissen Genugtuung kann man feststellen, dass die englischen und amerikanischen Medien in die Grube fallen, die sie dem Euro gegraben haben. Denn nun sind die internationalen Finanzmärkte für das Problem der Staatsschulden sensibilisiert.

In den letzten Wochen und Monaten hat wieder einmal die Geschichte ihren Sinn für Ironie bewiesen: Da wollten die Amerikaner und Briten den Euro zu Grabe tragen und scheuten nicht vor einer massiven Kampagne gegen Griechenland zurück.

Das Verhalten der Financial Times hierbei war geradezu skandalös. In ihrer Ausgabe vom 25.05.2010 veröffentlichte sie einen Artikel, der dem Euro den Todesstoß versetzen sollte. Nach den Aussagen des Artikels hätte China beschlossen, die Umwandelung eines Teils seiner Währungsreserven von Dollar in Euro einzustellen, da es das Vertrauen in die europäische Gemeinschaftwährung verloren habe.

Der Artikel, der als Aufmacher der online-Seite der FT erschien, war in der Tat tödlich. Aber nicht für den Euro, sondern für die FT-Kampagne gegen Griechenland und den Euro, die das Blatt schon seit Dezember 2009 führte.  Denn der Artikel kommt ohne jegliche Quellenangabe aus und kann sich auf keine Tatsache stützen.

Die chinesische Regierung dementierte die Nachricht schon am nächsten Tag in schärfster Form, während Konkurrenzmedien das Fehlen von Quellen bemängelten. Seit diesem Tag hat die FT ihre Kampagne gegen den Euro eingestellt.

Ironie des Schicksals ist es, dass die USA und England damit das Ergebnis produzierten, dass ihnen – aus Angst vor übermäßigen Staatsschulden – kein Staat mehr auf dem Weg zu weiteren Konjunkturprogrammen folgen möchte.

Es kam aber sogar noch schlimmer für die schuldenorientierte Konjunkturpolitik der Amerikaner: Die Panik der Euroländer lässt die Europäer genau das Gegenteil von dem machen, was die Amerikaner erreichen wollten. Sie schnüren nämlich Sparpakete, geben also bald nicht mehr, sondern weniger Geld aus. Damit wird schon im nächsten Halbjahr einer der Grundpfeiler des internationalen Systems der letzten Jahrzehnte, nämlich das schuldenfinanzierte Wachstum, erschüttert.

Für  Anleger/Investoren  wird sich daraus folgendes entwickeln: Im Laufe des Sommers wird der Euro aus den Schlagzeilen verschwinden; diese Entwicklung hat schon seit zwei Wochen eingesetzt. Das wird ihm die Möglichkeit geben, still und leise wieder auf einen Wechselkurs von über 1,30 USD zu klettern.

Das Pfund hingegen wird weiter abstürzen, weil immer schlechtere Nachrichten über die britische Wirtschaft und den Zustand der Finanzen bekannt werden. Der Wert des Yen und des Dollars wird unter Druck geraten, weil immer mehr Anleger sich die berechtigte Frage stellen werden, ob diese Länder je in der Lage sein werden, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Für die Aktienmärkte ist seit den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts eine wachsende US-Wirtschaft  die Grundvoraussetzung für das reibungslose Funktionieren. Nun ist aber der Wachstumsmotor der globalen Märkte defekt und muss vollkommen überholt werden. Die Reaktion der Investoren kann nur katastrophal sein.

In einem solchen Umfeld raten wir jedem Sparer und Investor, sich auf  sichere Verteidigungslinien zurückzuziehen: Gold, Silber, Bargeld – sonst nichts. Die Zeit für Immobilien kommt später.

© Hubert Roos, SilviOr GmbH

Geldmangel oder Goldmangel?

Alle Bürger,  Sparer, Anleger, die sich monentan darüber ärgern, wie die Milliarden verschleudert werden, dürfen gelassen bleiben.  Das große Geldspiel Monopoly lehrt uns, dass am Ende nicht derjenige gewinnt, der am Anfang mit dem meisten Geld um sich wirft, sondern derjenige, der nicht bankrott geht.

Den Bankrott kann man vermeiden, wenn man die Spielregeln kennt. Der Schlüssel für die Gewinner-Strategie in der Schlussphase des Monopoly-Spiels liegt im Häusermangel.  Geldmangel kann nicht herbeigeführt werden, da die Bank im Spiel wie im echten Leben immer wieder Geld herstellen kann – notfalls mit selbstgeschriebenen Zetteln.

Das Angebot an greifbaren Werten wie  Hotels und Häusern ist begrenzt und wenn es keine Gebäude mehr zu verkaufen gibt, müssen die kaufwilligen Spieler warten, bis ein anderer Mitspieler freiwillig oder gezwungenermaßen seine Häuser an die Bank zurückgibt bzw.  an den meistbietenden verkauft.

Wenn alle Häuser vergeben sind und ein Mitspieler mit vielen Häusern diese nicht aus der Hand gibt, sind die noch vorhandenen Hotels wertlos. Wenn einem anderen Spieler die vier Häuser auf seinem Grundstück fehlen, kann er nicht in ein Hotel umwandeln, ganz gleich wieviel Papiergeld er besitzt. Und das Papiergeld nützt nichts mehr, wenn man dafür keine echten Werte kaufen kann.

Auch wenn es nicht möglich ist, alle Häuser in seinen Besitz zu bekommen, so bedeutet jeder Hauskauf ein Reduzieren der Bestände und somit ein Stück mehr Kontrolle über den Markt. Dann können die anderen Mit- oder Gegenspieler das volle Potential ihrer Gelder nicht ausschöpfen.

Ähnlich ist es auch mit den Vermögenswerten im wirklichen Leben. Wie im Monopoly-Spiel überlebt nicht derjenige, der in der Startphase das meiste Geld hat, sondern wer in der Schlussphase die richtigen Werte besitzt.

Gold und Silber waren über Jahrtausende  anerkannte  Zahlungsmittel und sichere Wertspeicher. Die Zeit und Welt, in der wir heute leben, ist nicht geprägt von Geldmangel, sondern von Knappheit der echten Werte Gold und Silber.

Die letzten Wochen haben wieder einmal gezeigt, wie schnell es gehen kann, dass die Gold- und Silberregale leer sind. Deshalb am besten jetzt Gold kaufen und Silber kaufen.

© Hubert Roos, SilviOr GmbH

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