Archiv für April 2010

Good bye England

Der Rummel, den  die britischen und amerikanischen Medien wegen Griechenland veranstaltet haben, sollte insbesondere dazu dienen, den Akteuren in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten  die viel desolatere Situation der USA und Großbritanniens zu verschleiern.

Beide Länder wollen nicht nur – sie müssen davon ablenken, dass sie am Abgrund stehen. Welcher Kreditgeber könnte oder wollte  Großbritannien Geld leihen, wenn nach den Wahlen vom Mai die desolate Lage des Staates und der Wirtschaft aufgedeckt wird?

Die finanzielle Lage Großbritanniens ist so gefährlich, dass die zuständigen Beamten den zur Wahl stehenden Parteien einen Vorschlag unterbreitet haben, mit dem sichergestellt werden soll, dass nach der Wahl kein Machtvakuum entsteht. Denn dann könnten das  britische Pfund und die Kurse der  Staatsanleihen gnadenlos abstürzen.

Bis zu den Wahlen frisiert die Regierung Brown die Statistiken, um den wahren Zustand zu verschleiern, und man hofft, den Sieg im letzen Moment erzwingen oder zumindest eine verheerende Niederlage vermeiden zu können.

Wie man am Beispiel der von den angelsächsischen Medien gesteuerten Kampagne gegen den Euro sehen kann, ist im westlichen Lager inzwischen ein Währungskrieg ausgebrochen. Der wird auf den Devisenmärkten für die absehbare Zeit für weitere Unruhe sorgen.

Die nächste Krise des britischen Pfunds, gefolgt von der Krise des US-Dollars zum Jahreswechsel 2010/2011, wird zu einer solchen Instabilität führen, dass auch andere  Währungen an den Rand des Zusammenbruchs geraten werden.

Der Euro wird sehr bald wieder seinen Wert von vor der „griechischen Krise“ wiederfinden und im Verhältnis zu Dollar und Pfund weiter aufwerten. Investoren sollten  Großbritannien und die USA meiden.

Wir empfehlen, um die Risiken der Krise  gut zu überstehen, ein Portfolio, das ein Viertel bis ein Drittel Gold und Silber aufweist (reales Gold und Silber  in Form von Barren und Münzen, keine Zertifikate).

©  Hubert Roos,  SilviOr GmbH

Lust auf Tee-Party?

Aus dem Geschichts- und Englischunterricht kennen wir die Boston Tea Party. Das war keine gemütliche Tee-Stunde am warmen Kamin, sondern ein Akt des Widerstandes der Bürger aus den amerikanischen Ost-Staaten gegen die britische Kolonialpolitik.

Am 16. Dezember 1773 drangen  als Indianer verkleidete Bostoner Bürger in den Hafen ein und warfen Ladungen Tee der englischen East India Trading Company von drei dort vor Anker liegenden Schiffen ins Wasser. Die Boston Tea Party war der Höhepunkt eines langen  Streits zwischen den  nordamerikanischen Kolonien und dem Mutterland Großbritannien.

Die Schulden der englischen Krone hatten sich in wenigen Jahren  verdoppelt. Die Kosten, die die Kolonien direkt verursachten, stiegen ständig.  Angesichts der hohen Staatsschulden sah es das englische Parlament als gerechtfertigt an, dass die Kolonien einen Teil der Unterhaltung der zu ihrem Schutz entsandten Truppen in Form von Steuern trugen.

Die Siedler in Nordamerika wollten jedoch keine Steuern zahlen, solange sie kein Mitbestimmungsrecht im englischen Parlament hatten und gingen in Protesthaltung, die schließlich in dem symbolträchtigen Akt der Boston Tea Party ihren Höhepunkt erreichte. Danach eskalierte die Entwicklung und 15 Monate später brach der amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus.

In Anlehnung an die Ereignisse von vor fast 240 Jahren hat  sich eine Bürgerbewegung in den USA etabliert, die sogenannte “Tea Parties”  veranstaltet. Dabei wird kein Tee ins Wasser geworfen, sondern es werden Demos und Veranstaltungen organisiert, bei denen  die von der Finanzkrise durch Arbeitslosigkeit und Verarmung betroffene Mittelklasse gegen die Verursacher  protestiert. Auch in europäischen Ländern, darunter EU-Mitgliedsländer, finden immer mehr Demos und Protestveranstaltungen statt.

Bei uns in Deutschland wird darüber nicht berichtet. Man muss schon ausländische Medien lesen, um halbwegs mitzubekommen, was sich tatsächlich tut. Bei uns gilt immer noch: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht – diejenigen, die die Krise verursacht haben können sich weitestgehend unbehelligt aus dem Staub machen und werden oft noch fürstlich abgefunden (Neue Zürcher Zeitung – Eilmeldung vom 31. 3. 2010: Geldregen für Credit-Suisse-Banker; Mitte April werden Boni in Höhe von über 3 Milliarden Franken an die Top-Manager ausgeschüttet).

Lust auf Tee Party hat hier in unserem Land (noch)  niemand. Ein stiller Protest kommt von den Menschen, die den Verursachern der Finanzkrise die Substanz entziehen und ihre persönliche Unabhängigkeitserklärung formulieren indem sie Goldbarren  und Silbermünzen kaufen.

© Hubert Roos,  SilviOr GmbH

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