Archiv für August 2009

Bundesbank: Deutschlands Gold ist in USA

Der international aktive Journalist Max Keiser hat soeben eine neunminütige Dokumentation über den skandalumwitterten Goldverkauf der Britischen Regierung unter dem damaligen Schatzkanzler und heutigen Premierminister Gordon Brown im Jahr 1999 veröffentlicht. Darin geht es nochmals um die Tatsache, dass das Britische Gold zu Zwecken der Manipulation und Drückung des Goldkurses zu Dumpingpreisen in den Markt geworfen wurde (Lesen Sie hierzu auch den Beitrag von Hubert Roos im Rohstoff-Spiegel vom Oktober 2007 in unserem Archiv).

Von besonderer Bedeutung in dieser Dokumentation ist die zitierte Aussage der Deutschen Bundesbank, dass die deutschen Goldreserven in den USA lagern. Was also seit Jahren als unbestätigte Gerüchte oder Vermutungen durch verschiedene Medien geisterte, hat hiermit offiziellen Charakter. Keiser bezieht sich auf die Aussagen eines Bundesbank-Sprechers vom 17. März 2008 in der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt/Main.

All das wiederum führt zu der Frage, ob die in den USA gelagerten deutschen Goldbestände überhaupt noch dort sind oder ob sie nicht vielleicht schon längst von der US-Regierung zur Drückung des Goldpreises abverkauft worden sind. Wenn dies passiert ist – und einige seriöse Marktbeobachter halten dies auch für wahrscheinlich -  dann hätten die deutschen Bürger rein rechnerisch nicht mehr 1,4 Unzen Gold pro Kopf, sondern vielleicht noch weniger als die Chinesen mit ihren 0,08 Unzen (Lesen Sie hierzu unseren Beitrag vom 4. August 2009: Reichen 1.000 Euro?).

Die Dokumentation können Sie auf Youtube ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=EzVhzoAqMhU

© Hubert Roos, SilviOr GmbH

Reichen 1.000 Euro?

Vor drei Monaten hat China offiziell zugegeben, dass in erheblichem Umfang Gold für die Währungsreserven der Zentralbank aufgekauft wird. China räumte ein, insgeheim die Goldreserven seit 2003 um drei Viertel aufgestockt zu haben: die Zentralbank verfüge heute über 1.054 Tonnen im aktuellen Wert von 30,9 Milliarden Dollar – viermal so viel wie noch vor 6 Jahren. Wenn also die westlichen Zentralbanken oder der IWF immer mal wieder mit Goldverkäufen drohen, um den Goldpreis zu drücken, lachen sich die Chinesen ins Fäustchen und kaufen, was ihnen in die Finger kommt.

Damit bestätigen sich jahrelange Gerüchte, wonach China  Gold aufkaufte. Der stellvertretende Generalsekretär der China Gold Association, Hou Huimin, erklärte, China werde die Goldreserven auf insgesamt 5.000 Tonnen erhöhen. Das bedeutet, dass weitere 4.000 Tonnen aufgekauft werden sollen, angesichts der heutigen begrenzten Goldvorräte eine gewaltige Menge, die den Goldpreis nachhaltig beeinflussen wird.  Huimin erläuterte den Grund dafür: »Durch die Finanzkrise ändert sich der Wert des Dollars sehr schnell, möglicherweise verliert er seinen Status als Weltreservewährung. Wenn es dazu kommt, dann ist jeder im Vorteil, der Gold besitzt.«

Mit der geplanten Aufstockung wird China dann nach den USA auf Rang 2 der Gold-Top-Ten aufrücken und den bisherigen Inhaber des 2. Platzes, die  Bundesrepublik Deutschland mit ihren ca. 3.400  Tonnen auf Platz 3 abdrängen. Totzdem bleibt der Pro-Kopf-Goldbestand der 80 Millionen Deutschen  höher als in China, wo sich die geplanten 5.000 Tonnen rechnerisch auf 2 Milliarden Menschen verteilen. In China kämen dann auf jeden Einwohner rund 0,08 Unzen Gold – in Deutschland sind es ca. 1,4 Unzen.

Die Wiederentdeckung von Gold als Anlageklasse hat also gerade erst begonnen. Explodierende Staatsschulden und die Gefahr erneuter Krisen rücken den Wertsicherungscharakter von Gold, das bekanntlich nicht Pleite gehen kann, in den Vordergrund. Wenn die gesamten Goldreserven Deutschlands den Bürgern zur Sicherung ihrer Kaufkraft zur Verfügung stünden, hätte jeder beim aktuellen Goldkurs etwa 1.000 Euro zur Verfügung. Die Frage, die sich alle diejenigen stellen sollten, die sich Gedanken um die Früchte iher Arbeit und ihre Ersparnisse machen,  ist: reicht das?

Noch ist Zeit, Geld gegen Gold und Silber zu tauschen. Die Situation im Oktober 2008, als es in Deutschland eine Zeit lang keine Edelmetalle mehr zu kaufen gab – auch nicht zu höheren Kursen, war ein Vorgeschmack auf kommende Zeiten. Deshalb: jetzt Goldbarren kaufen und Silbermünzen kaufen (am besten die guten Kookaburra in Form der 1-kg-Münze).

© Hubert Roos,  SilviOr GmbH

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