Archiv für April 2009
Gutes Geld, schlechtes Geld
Seit US-Präsident Nixon im Jahr 1971 die Goldbindung des Dollars aufhob, konnte jede Regierung nach Belieben Geld drucken oder aus der Luft zaubern. Leider wird heute weder an den Schulen noch an den Universitäten und anderen Institutionen die Geschichte des Geldes und der Geldsysteme gelehrt, weshalb viele Menschen immer noch nicht verstehen, was in den letzen Jahren und Jahrzehnten schief gelaufen ist. Nur allzu gerne sind sie bereit, an einen baldigen Aufschwung zu glauben und manche nutzen auf “guten Rat” hin schon wieder die Gelegenheit, “günstig” in Aktien einzusteigen.
Wer realistisch denkt, weiß, dass die Weltwirtschaft weiter abwärts fährt, dass die Arbeitslosenzahlen steigen werden und dass der Konsum auf Jahre hinaus sinken wird. Die Arbeitslosigkeit in den USA hat die 8%-Marke längst überschritten und es ist durchaus möglich, dass sie bis zu 20% steigt. In Deutschland wird die Kurzarbeit größtenteils nicht wieder in “Normal-Arbeit” zurückgeführt, sondern überwiegend in Entlassungen. In solchen Situationen passiert überall auf der Welt das gleiche: Regierungen steigern die Ausgaben, um die Wirtschaft zu “stimulieren” und da die Regierungen das nötige Geld nicht gespart haben oder aufgrund der sinkenden Steuereinnahmen nicht mehr eintreiben können, werden Schulden gemacht. Dieses mal passiert das nicht wie in der Vergangenheit nur in einem Land der Erde, sondern erstmals gleichzeitig auf dem gesamten Globus. Daher gibt es nicht viele Möglichkeiten, dem Unheil zu entfliehen.
Der englische Kaufmann und Gründer der Londoner Börse, Schatzkanzler und Finanzberater von Königin Elisabeth I., Sir Thomas Gresham (1519 – 1579) formulierte den berühmten Satz: “Das schlechte Geld verdrängt das gute.” Was bedeutet der Satz? Zu Greshams Zeit, und nicht nur da, schmolzen viele Münzherren die guten, stark silberhaltigen Münzen ein und liessen an ihrer Stelle Münzen prägen, die einen geringeren Silbergehalt hatten. Das führte dazu, dass die “guten” Münzen gehortet wurden und aus dem Verkehr verschwanden, während die Menschen gleichzeitig versuchten, das “schlechte” Geld loszuwerden, solange noch jemand bereit war, es anzunehmen.
In der heutigen Zeit geschieht das ebenso, wenn die Währung eines Landes “schlecht” wird. Zunächst tauschen die Leute die schlechte heimische Währung gegen eine ausländische “gute” Währung und horten dieses gute Geld. Nach und nach benutzen die Einheimischen die fremde Währung für ihre Alltagsgeschäfte und schließlich will niemand mehr die heimische Währung annehmen. An einem bestimmten Punkt kehrt sich das “Gresham`sche Gesetz” um und das gute Geld verdrängt das schlechte. Vor ca. 30 Jahen haben fast alle südamerikanischen Staaten diese Entwicklung durchgemacht, als die dortigen Landeswährungen durch den US-Dollar verdrängt wurden. In jüngster Zeit lief dieser Prozess in Simbabwe ab, wo der Südafrikanische Rand und der US-Dollar zunächst gehortet wurden und schließlich die Funktion der Alltagswährung übernommen haben. Der dortigen Regierung blieb nichts anderes übrig, als diese Tatsache zu akzeptieren und zuzulassen, dass der Handel in Simbabwe in jeder beliebigen Währung abgewickelt werden kann. Das “gute” Geld hat das “schlechte” verdrängt.
Schlechtes Papiergeld wird wird so lange als Zahlungsmittel akzeptiert, bis immer mehr Menschen keine Lust mehr haben, sich mit wertlosem Geld bezahlen zu lassen. Das Ende wird kommen, wenn die Menschen entscheiden, dass sie nur noch gutes Geld annehmen. Kann das in der heutigen Zeit passieren? Es kann heute ebenso passieren, wie in der Vergangenheit. Viele Menschen wissen heute bereits, dass die Regierungen, die Geld drucken und die Geldemission regulieren dürfen, ständig damit manipulieren. Der Rückgang des Vertrauens in den US-Dollar und die anderen Währungen, lässt die Entstehung eines Gold-Silber-Systems wahrscheinlich erscheinen. Das ins Wanken geratene Vertrauen der Konsumenten treibt diesen Prozess immer weiter voran. Dabei ist es in unseren modernen Wirtschaftssystemen mit ihren elektronischen Geld-Transaktionssystemen von Vorteil, wenn Gold und Silber in digitaler Form als Währungen etabliert werden. Beispiele hierfür existieren bereits. Bis diese Systeme ausgereift und weit genug verbreitet sind, kann jede Frau und jeder Mann sich gutes Geld beschaffen und zur Seite legen. Kaufen Sie rechtzeitig physisches Gold und Silber. Die Zeit ist günstig.
© Hubert Roos, SilviOr GmbH
Ab jetzt: 10 Jahre Dauerkrise
Die Staats-und Regierungschefs der G20, die sich am 2. April in
London trafen, hatten die Entscheidung zwischen zwei Alternativen:
Entweder das Projekt eines neuen internationalen Währungssystems auf den Weg zu bringen und damit die Fundamente für eine neue finanzielle Weltordnung zu legen, an der alle wichtigen
Volkswirtschaften der Welt fair beteiligt sind – dann hätte die Krise in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren überwunden sein können. Oder ihre Bemühungen darauf beschränken, das gegenwärtige
todgeweihte System noch etwas am Leben zu erhalten mit der Konsequenz, dass die Welt ab Jahresende 2009 in eine Krise ungeahnten Ausmaßes von mindest zehn Jahren Dauer stürzt.
So wie es aussieht, haben sie sich für das “oder” entschieden, eine aus dem Ruder laufende Krise von mehr als einem Jahrzehnt. Der zeitliche Ablauf für diese Alternative könnte wie folgt aussehen:
April bis Juli 2009: Unfähigkeit der G20, eine Alternative zum aktuellen internationalen Währungssystems vorzuschlagen; Einigung auf Kompromiss-„Maßnähmchen“, mit denen der Vertrauensschwund in der globalen öffentlichen Meinung noch beschleunigt wird; Konkurse von großen US-Unternehmen; Verstaatlichung von US-Banken, die als Welle auch nach Europa und Asien läuft; auch Großbritannien finanziert seine Schulden ausschließlich durch Gelddrucken; Zusammenbruch des britischen Pfunds und Intervention des IWF und der EU, um den britischen Staatsbankrott zu verhindern.
August bis Oktober 2009: Wettlauf zwischen USA, EU und Asien um das zukünftig unzureichende Weltsparaufkommen aufzusaugen, damit die wachsenden öffentlichen Defizite finanziert werden können;
Unfähigkeit und auch Unwillen von China, Japan und den Erdölmonarchien des Persischen Golfs, die Berge an US-Staatsanleihen zu kaufen, die die USA ausgeben müssen, um ihr exponentiell
wachsendes Defizit zu finanzieren; Rückkauf der US-Staatsanleihen durch die US-Zentralbank; Zusammenbruch des Dollars; Insolvenz des gesamten US-Finanzsystems und auch der US-Regierung; Beschleunigung des weltweiten Arbeitslosenanstiegs (diese könnte in den USA schon zum Ende des Sommers bei über 15% liegen).
November 2009 bis März 2010 : Die Organisation eines neuen Treffens der G20 erweist sich als unmöglich, weil nicht einmal eine Einigung auf eine Tagesordnung gelingt; Arbeitslosenquote von
mehr als 20% in den USA; täglich kommt es in China zu Aufständen von Wanderarbeitern; Errichtung eines europäischen Solidaritätsfonds, der den Regionen Unterstützung leisten soll, die von der Arbeitslosigkeit besonders betroffen sind; Demonstrationen und Streiks in den europäischen Großstädten; Zusammenbruch der Steuereinnahmen in den USA, mehrere Staaten wie Texas und Kalifornien weigern sich, die Bundessteuern nach Washington abzuführen; Kürzungen im Militärhaushalt führen zum Abzug der Hälfte der im Ausland stationierten US-Truppen; Zusammenbruch der arbeitsteiligen globalen Industrieproduktion wegen Insolvenzen der für Zwischenschritte und –Produkte notwendigen Zulieferer.
April 2010 bis April 2014: In vielen Gegenden der Welt Häufung von Engpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten, Ersatzteilen, Energie; US-Bruttosozialprodukt geht im Vergleich zu 2008 um 30% zurück, Lebensstandard um 50%; Armut und des Niedergangs des Systems der öffentlichen Dienste in den USA (Gesundheit, Polizei und Feuerwehr, Bildung); Schleichende Auflösung der Südgrenze wegen der Aktivitäten der Drogenkartelle und der politischen Forderungen der hispanischen Bevölkerung; die letzten US-Truppen verlassen Europa: die NATO wandelt sich zur einer euro-amerikanischen Allianz und nimmt Russland auf; auf Initiative von Brasilien, Venezuela, Peru und Argentinien Gründung einer Südamerikanischen Union; massiver Exodus der Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika mit Ziel Europa; durchschnittlicher Rückgang des Lebensstandards in der EU um 20%; Staatsstreiche von Islamisten in Pakistan, Marokk sowie in den Erdölmonarchien: wegen unzureichender Investitionen und regionaler Krisen stürzt die weltweite Produktionskapazität von Erdöl ab; China, Japan, Süd-Korea und die ASEAN-Staaten gründen die Asiatische Union.
Wir gehen davon aus, dass sich die Entwicklungen nach dem Treffen des G20 beschleunigen werden. Hier sehen Sie unsere strategischen und praktischen Empfehlungen für die Zeit nach dem G20-Gipfel:
Stoßen Sie alle Ihre US-Staatsanleihen ab, falls Sie das noch immer nicht gemacht haben!
Der Markt wird gegen Ende des Sommers 2009 zusammen brechen; wer dann noch nicht verkauft hat, steckt in der Falle. Denn außer der US-Zentralbank wird niemand mehr die Anleihen kaufen wollen; und die Zentralbank wird in US-Dollar zahlen, die im Verhältnis zu den anderen Währungen wesentlich an Wert verloren haben werden. Bei den britischen Gilts ist diese Lage bereits eingetreten. Kaufen Sie keine Anleihen mit mehr als dreimonatiger Laufzeit.
Verkaufen Sie Yen und Schweizer Franken: Tokio und Bern können nicht anders als ihre Währungen abwerten, um ihre Exportchancen zu wahren. Bei der Schweiz kommt noch erschwerend hinzu, dass
UBS und vielleicht noch andere helvetische Banken beim Zusammenbruch der Aktiva, die auf Dollar lauten, zahlungsunfähig werden.
Bleiben Sie weiter von Aktien fern, es sei denn, Sie haben ein Faible für Russisch Roulette. Der Absturz der globalen Industrieproduktion, gekoppelt an die allgemeine Rezession, wird mit sich
bringen, dass die Erträge auch der besten Unternehmen in den nächsten Jahren bescheiden sein werden. Für die anderen werden sich 2009 und 2010 Verluste anhäufen.
Decken Sie sich rechtzeitig mit Gold und Silber ein – wer zu spät kommt, den bestraft die Inflation.
© Hubert Roos, SilviOr GmbH