Archiv für Januar 2005

Geld in Gefahr

Zum vierten Mal in Folge muss Deutschland im Herbst 2004 einen Offenbarungseid leisten. Das deutsche Haushaltsdefizit wird im Jahr 2005 erneut höher sein als von der EU erlaubt und zugleich steigt die gesamtwirtschaftliche Verschuldung weiter und rückt in die fast unvorstellbare Größenordnung von 1,5 Billionen Euro.

Wer die Entwicklung der D-Mark von der Währungsreform bis zur Einführung des Euro beobachtet, stellt fest, dass unser ehemaliges Geld innerhalb von gut fünfzig Jahren fast drei Viertel seiner Kaufkraft verloren hatte. Dem Dollar ging es noch schlechter. Allein in den letzten zwei Jahren büßte er über 20 Prozent seines Wertes ein.

Die wachsende Verschuldung der Staaten zieht einen ständig steigenden Anteil der Zinslast am Gesamthaushalt nach sich. Irgendwann ist die Last der Schulden so hoch, dass keine freien Mittel mehr für weitere Zinszahlungen oder gar für Rückzahlungen zur Verfügung stehen. Die Staaten verlassen sich darauf, dass die zunehmende öffentliche Verschuldung mit zunehmender Inflation gegenentwertet wird.

Ab einer bestimmten Verschuldungshöhe gibt es allerdings nur zwei Möglichkeiten für den Staat. Entweder er macht immer schneller immer höhere Schulden, indem er sich von der Notenbank neues Geld auszahlen lässt, bzw. neue Anleihen begibt, wodurch das bereits vorhandene Geld immer weniger wert wird. Oder er zahlt keine Zinsen mehr, was letztendlich zum Bankrott führen würde. Beide Möglichkeiten würden tiefgreifende Auswirkungen auf das private Vermögen aller Anleger haben.

Die Mehrheit der Anleger vertraut darauf, dass die Politiker und die Notenbanker alles unter Kontrolle haben. Wenn aber einmal ein Misstrauensfunke überspringt, kann es sehr schnell passieren, dass private Anleger ihre Gelder dem Staat nicht mehr überlassen wollen. Eine Vertauenskrise könnte sich heutzutage sehr schnell in eine Finanzkatastrophe verwandeln. Innerhalb von Sekunden können Investoren auf elektronischem Weg ihr Kapital abziehen.

Eine politische Fehlentscheidung in einem Land oder ein unvorhergesehenes dramatisches Ereignis kann zu Kapitalflucht und Wirtschaftskrisen in Ländern eines anderen Kontinents führen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass in solchen Situationen echte, greifbare Werte wie Gold, Silber und andere Edelmetalle stärker nachgefragt werden. Ihr Preis wird voraussichtlich stark steigen und es sind die sichersten Vermögensaufbewahrungsmittel, wenn der Wert des Geldes schwindet.

SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline